Georg Etscheit

Editorial

Ein wenig Semantik zum Einstieg: Aufrichtiges Lob unter Kollegen ist ein rares Gut, besonders in einem von allerlei Eitelkeiten geprägten Berufsfeld wie dem Journalismus. Die beiläufig geäußerte Bemerkung  „Gute Geschichte, lieber Kollege“ – das ist oft schon der Gipfel dessen, was man von einer Redaktion erwarten kann, wenn man sich besonders angestrengt hat und sich das Ergebnis der Mühen sehen lässt.  Eine „Geschichte“ ist im Journalisten-Jargon ein Beitrag, ein Feature, eine Reportage, ein Essay oder ein Interview, manchmal auch nur ein Thema, das man der Redaktion präsentiert, in der Hoffnung, es möge auf Interesse stoßen.

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Windmonster im Drosteland?

Sollen auch die Baumberge, einer der reizvollsten Kulturlandschaften des Münsterlandes mit mehr als 200 Meter hohen Windkraft-Giganten verschandelt werden? Um diese brisante Frage ging es in einer Vortragsveranstaltung, zu der am 6. April die „Bürgerinitiative Havixbeck  & Hohenholte“ in das mitten in den Baumbergen gelegene Ausflugslokal „Teitekerl“ eingeladen hatte. Als Autor von „Geopferte Landschaften“ und Gastredner sprach ich von einem „Akt der Barbarei, auch diesen zauberhaften Flecken auf dem Altar vorgeblicher Klimarettung zu opfern“. Die geplanten Windkraft-Standorte würden nicht nur die berühmte Sichtachse zwischen Münster und Billerbeck zerstören, sondern tangierten auch Burg Hülshoff, den Geburtsort von Annette von Droste-Hülshoff, einer der bedeutendsten deutschen Schriftstellerinnen, die selbst in ihren Naturschilderungen die Schönheiten ihrer Heimat besungen hatte. Diese Anlagen wären eine Kulturschande und eine Bedrohung für den regionalen Tourismus, der in Zeiten des Klimawandels immer mehr an Bedeutung gewinne. „Wenn immer wieder gefordert wird, dass die Menschen weniger fliegen sollen, um das Kima zu schützen, müssen die regionalen Erholungsräume umso mehr geschützt werden.“

Hier ein Bericht zu der Rede aus den Westfälischen Nachrichten

 

Ebersberg ist überall

Der oberbayrische Landkreis Ebersberg hat sich vorgenommen, bis 2030 „klimaneutral“ zu werden, was immer das heißen mag. Zu diesem Zweck sollen in der landschaftlich reizvollen Region östlich von München unter anderem 33 Windindustrieanlagen gebaut werden. Mit fünf dieser Giganten mitten im Landschaftsschutzgebiet Ebersberger Forst will man loslegen auf dem glorreichen Weg ins Klimaparadies. Dazu wird derzeit das Schutzgebiet nach geeigneten Standorten durchkämmt. Diese sollen dann im Zuge einer „Zonierung“ als mit dem Schutzgedanken kompatibel erklärt werden.

Gegen die Windkraftpläne hat sich die Bürgerinitiative „Hände weg vom Ebersberger Forst“ konstituiert. Auf einer Informationsveranstaltung am Freitagabend (25.01.2019) hatte ich Gelegenheit, im Gasthaus „Alte Post“ in Parsdorf am Rande des Ebersberger Forstes zum immer heftiger grassierenden Windwahn und der allgemeinen Klimahysterie zu sprechen. Titel meines Vortrages: „Ebersberg ist überall. Warum Windräder unsere Heimat zerstören.“

Den Text meiner Rede finden Sie hier.

Und hier Berichte der Lokalausgaben der Süddeutschen Zeitung und des Münchner Merkurs zu dieser  Veranstaltung.

Meine Donaueschinger Rede

Ursprünglich sollte Enoch zu Guttenberg in Donaueschingen im Herbst dieses Jahres eine weitere, große Rede zur Energiewende in Deutschland halten. Sein plötzlicher Tod verhinderte dies. An seiner Stelle hatte ich am 23. November 2018 die Ehre, auf Einladung des FDP-Stadtverbandes Donaueschingen und des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Baden-Württemberg (VLABW), zu diesem Thema zu sprechen. Die Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Liberales Forum“ in Foyer des Mozartsaales der Donauhallen war mit mehr als 100 Besuchern gut besucht. Das Motto des Abends „Geopferte Landschaften“ hatten die Organisatoren meinem vor zwei Jahren erschienen Buch gleichen Titels entnommen. Vor meinem Auftritt hielten der FDP-Stadtverbandsvorsitzende Niko Reith und die FDP-Landtagsabgeordnete Gabriele Reich-Gutjahr Impulsvorträge zum Stand der Energiewende in Baden-Württemberg und zu den Windkraftplänen im Südschwarzwald.

Meine Rede, die mit großem Beifall aufgenommen wurde, finden Sie hier.

Und hier der Bericht darüber aus dem Konstanzer Südkurier bzw. dem Schwarzwälder Boten. 

 

End of Landschaft

Ich hatte am Dienstag, 02. Oktober 2018, Gelegenheit, die Premiere von Jörg Rehmanns beeindruckender Kinodokumentation „End of Landschaft – Wie Deutschland das Gesicht verliert“ mitzuerleben. Es handelt sich um die erste, große filmische Dokumentation über die kaum fassbaren, ästhetischen, naturschutzrechtlichen und sozialen Verheerungen der sogenannten Energiewende am Beispiel des Odenwaldes, einer noch weitgehend intakten Natur- und Kulturlandschaft im Herzen Deutschlands. Jörg Rehmann hatte auch zwei Beiträge zu meinem Buch „Geopferte Landschaften“ beigesteuert, das zur Premiere im Citydome Helia-Kino in Darmstadt auf einem Büchertisch zum Kauf angeboten wurde.

Meine Kritik des 105-minütigen Streifens, der auch in einer einstündigen Kurzfassung vorliegt,  finden sie hier.

Vom Rheingau lernen…

Als ich vor einigen Jahren hörte, dass in meiner alten Rheingauer Heimat, direkt auf dem exponierten Taunuskamm und im wilde-romantischen Rheingauer Hinterlandswald riesige Windkraftwerke gebaut werden sollten, konnte ich es nicht fassen. Wie konnte man es wagen, nun auch eine so überaus reiche Kulturlandschaft wie den Rheingau, in aller Welt berühmt wegen seiner großartigen Weinlagen und einer einzigartigen Dichte bedeutender Baudenkmäler, mit gigantischen Industrieanlagen zu schänden und für lange Zeit, wenn nicht für immer zu zerstören?

Zum Glück taten sich fast unmittelbar nach Bekanntwerden der Pläne tatkräftige Männer und Frauen zusammen, um den Frevel zu verhindern. Dass der Verein Pro Kulturlandschaft Rheingau e.V.. Gegründet im Jahre 2012, das kaum mögliche erreichte, nämlich eine ganze Region von Industriewindmühlen frei zu halten, war damals noch nicht absehbar. Als man mich als gebürtigen Rheingauer und Energiewendekritiker fragte, ob ich bereit sei, den Kampf in einer großen Dokumentation zu beschreiben, kam ich dieser Bitte nur allzu gerne nach. Das 30-seitige, reich bebilderte Heft liegt nun vor und kann bei Pro Kulturlandschaft Rheingau bestellt werden. Es enthält auch Tipps für andere, Windkraft kritische Bürgerinitiativen, wie man auf oft steinigem Weg zum Erfolg kommen kann.

Eine erste Würdigung dieser Arbeit findet sich in der FAZ. Lesen Sie diesen Artikel hier.