Georg Etscheit

Editorial

Ein wenig Semantik zum Einstieg: Aufrichtiges Lob unter Kollegen ist ein rares Gut, besonders in einem von allerlei Eitelkeiten geprägten Berufsfeld wie dem Journalismus. Die beiläufig geäußerte Bemerkung  „Gute Geschichte, lieber Kollege“ – das ist oft schon der Gipfel dessen, was man von einer Redaktion erwarten kann, wenn man sich besonders angestrengt hat und sich das Ergebnis der Mühen sehen lässt.  Eine „Geschichte“ ist im Journalisten-Jargon ein Beitrag, ein Feature, eine Reportage, ein Essay oder ein Interview, manchmal auch nur ein Thema, das man der Redaktion präsentiert, in der Hoffnung, es möge auf Interesse stoßen.

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Meine Donaueschinger Rede

Ursprünglich sollte Enoch zu Guttenberg in Donaueschingen im Herbst dieses Jahres eine weitere, große Rede zur Energiewende in Deutschland halten. Sein plötzlicher Tod verhinderte dies. An seiner Stelle hatte ich am 23. November 2018 die Ehre, auf Einladung des FDP-Stadtverbandes Donaueschingen und des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Baden-Württemberg (VLABW), zu diesem Thema zu sprechen. Die Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Liberales Forum“ in Foyer des Mozartsaales der Donauhallen war mit mehr als 100 Besuchern gut besucht. Das Motto des Abends „Geopferte Landschaften“ hatten die Organisatoren meinem vor zwei Jahren erschienen Buch gleichen Titels entnommen. Vor meinem Auftritt hielten der FDP-Stadtverbandsvorsitzende Niko Reith und die FDP-Landtagsabgeordnete Gabriele Reich-Gutjahr Impulsvorträge zum Stand der Energiewende in Baden-Württemberg und zu den Windkraftplänen im Südschwarzwald.

Meine Rede, die mit großem Beifall aufgenommen wurde, finden Sie hier.

Und hier der Bericht darüber aus dem Konstanzer Südkurier bzw. dem Schwarzwälder Boten. 

 

End of Landschaft

Ich hatte am Dienstag, 02. Oktober 2018, Gelegenheit, die Premiere von Jörg Rehmanns beeindruckender Kinodokumentation „End of Landschaft – Wie Deutschland das Gesicht verliert“ mitzuerleben. Es handelt sich um die erste, große filmische Dokumentation über die kaum fassbaren, ästhetischen, naturschutzrechtlichen und sozialen Verheerungen der sogenannten Energiewende am Beispiel des Odenwaldes, einer noch weitgehend intakten Natur- und Kulturlandschaft im Herzen Deutschlands. Jörg Rehmann hatte auch zwei Beiträge zu meinem Buch „Geopferte Landschaften“ beigesteuert, das zur Premiere im Citydome Helia-Kino in Darmstadt auf einem Büchertisch zum Kauf angeboten wurde.

Meine Kritik des 105-minütigen Streifens, der auch in einer einstündigen Kurzfassung vorliegt,  finden sie hier.

Vom Rheingau lernen…

Als ich vor einigen Jahren hörte, dass in meiner alten Rheingauer Heimat, direkt auf dem exponierten Taunuskamm und im wilde-romantischen Rheingauer Hinterlandswald riesige Windkraftwerke gebaut werden sollten, konnte ich es nicht fassen. Wie konnte man es wagen, nun auch eine so überaus reiche Kulturlandschaft wie den Rheingau, in aller Welt berühmt wegen seiner großartigen Weinlagen und einer einzigartigen Dichte bedeutender Baudenkmäler, mit gigantischen Industrieanlagen zu schänden und für lange Zeit, wenn nicht für immer zu zerstören?

Zum Glück taten sich fast unmittelbar nach Bekanntwerden der Pläne tatkräftige Männer und Frauen zusammen, um den Frevel zu verhindern. Dass der Verein Pro Kulturlandschaft Rheingau e.V.. Gegründet im Jahre 2012, das kaum mögliche erreichte, nämlich eine ganze Region von Industriewindmühlen frei zu halten, war damals noch nicht absehbar. Als man mich als gebürtigen Rheingauer und Energiewendekritiker fragte, ob ich bereit sei, den Kampf in einer großen Dokumentation zu beschreiben, kam ich dieser Bitte nur allzu gerne nach. Das 30-seitige, reich bebilderte Heft liegt nun vor und kann bei Pro Kulturlandschaft Rheingau bestellt werden. Es enthält auch Tipps für andere, Windkraft kritische Bürgerinitiativen, wie man auf oft steinigem Weg zum Erfolg kommen kann.

Eine erste Würdigung dieser Arbeit findet sich in der FAZ. Lesen Sie diesen Artikel hier.

 

Elektroschrott in der Landschaft

Der Berliner Radiosender Sputnik Deutschland, ein deutschsprachiger Ableger des staatlichen russischen Medienkonzerns Rossija Sewodnja,  hat ein Feature zur deutschen Energiewende und zum Ausbau der Windkraft verbreitet. Titel: Energie der Zukunft oder teure Landschaftszerstörung? Darin finden sich Interviewäußerungen von mir sowie ein Verweis auf das von mir herausgegebene Buch „Geopferte Landschaften“.  Aktueller Anlass des Beitrags ist das Auslaufen der Förderung zahlreicher Windkraftanlagen nach dem Erneuerbare Energien Gesetz ab 2020 und die Befürchtung, dass viele Altanlagen bald als nutzloser Elektroschrott in unserer Landschaften herumstehen werden.

Enoch zu Guttenberg (†71)

 

Gottesnarr: Enoch zu Guttenberg in früheren Jahren mit seinen beiden Söhnen Karl-Theodor und Philipp.

Die Nachricht vom Tode Enoch zu Guttenbergs hat mich zutiefst getroffen. Meine Trauer ist grenzenlos. Er war nicht nur ein ganz großer Musiker, er war auch ein wirklicher Naturschützer und, vor allem, ein echter Freund, beinahe so etwas wie ein Bruder. Es war mir eine Ehre, von ihm als Freund tituliert zu werden, auch wenn er selbst darin niemals eine Ehre sehen wollte. Hier meine ganz persönlichen Nachrufe auf dem Umwelt-Watchblog des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) und aus der Münchner Abendzeitung.